Teamprojekte im WiSe 2025/26
Teamprojekte im WS 2024/25
Im Wintersemester 2025/26 hat das Teamforum am 05.02.2025 im Salon des Amateurs in Düsseldorf stattgefunden. Im Folgenden finden sich Beschreibungen, Materialien und Links zu den vorgestellten Projekten.
Der Video-Podcast „Unlikeable Her“ analysiert Antipathie als zentrales Element serieller Figurenkonstruktion. Im Mittelpunkt steht die Untersuchung, warum bestimmte Charaktere starke Ablehnung auslösen und welche Rolle geschlechtsspezifische Zuschreibungen dabei spielen. Ein besonderer Fokus liegt auf weiblichen Figuren in zeitgenössischen Qualitätsserien, deren Handlungen oft kritischer bewertet werden als die moralisch vergleichbarer oder problematischerer männlicher Gegenfiguren. Anhand der Serien Breaking Bad, Girls und Euphoria wird untersucht, wie antipathische Figuren narrativ, filmisch und ästhetisch konstruiert werden und wie diese Konstruktionen die Wahrnehmung des Publikums beeinflussen. Die Analyse umfasst sowohl die serielle Darstellung als auch die Rezeption durch das Publikum, insbesondere im Hinblick auf parasoziale Bindungen und polarisierende Diskurse in sozialen Medien. Die zentrale These lautet, dass Antipathie nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer Ambivalenz eine Form von Bindung erzeugt. Durch parasoziale Nähe entsteht dabei eine spezifische ZuschauerInnenbindung, die sich als Mischung aus Distanz und Faszination beschreiben lässt. Insbesondere weibliche antipathische Figuren machen normative Erwartungen sichtbar und zeigen, dass deren Überschreitung oft härter bewertet wird als bei männlichen Antihelden.
von Yeliz Kahraman, Elbiona Lushaj und Pauline Schwander
(Betreuung: Dr. Oliver Kröner)
Das Video-Podcast-Projekt analysiert die Inszenierung von Masse und Fandom im Film KPop Demon Hunters anhand eines Szenenvergleichs von vier ausgewählten Sequenzen. Im Zentrum steht die Frage, wie Fanmassen dargestellt werden und welche Rolle parasoziale Beziehungen für die Bindung zwischen Publikum, Idolen und kollektivem Handeln spielen. Methodisch kombiniert das Projekt filmanalytische Formanalyse und kultur-, sowie medientheoretische Interpretation. Die Hypothese lautet, dass der Film Masse als ambivalentes Phänomen inszeniert: Trotz formal ähnlicher Darstellungen wird Masse je nach Aufführungskontext unterschiedlich kodiert und bewertet. Parasoziale Beziehungen fungieren dabei als zentrales Strukturprinzip, das kollektive Affekte organisiert und Formen von Partizipation reguliert. Theoretisch stützt sich die Analyse primär auf Konzepte von Adorno und Horkheimer, Elias Canetti, Henry Jenkins sowie Horton und Wohl.
von Eva Wagner, Kiara Hecht und Sarah Jelitto
(Betreuung: Dr. Oliver Kröner)
von Noelle Ehrenfeld, Sumru Tekin und Alina Godglück
(Betreuung: Dr. Björn Sonnenberg-Schrank)
Das Projekt dokumentiert die iterative Entwicklung eines Drehbuchs, entstanden aus der Synthese von persönlichen Erfahrungen, filmischen Analysen und wissenschaftlicher Theorie. Ausgangspunkt ist die Auseinandersetzung mit Identität, Einsamkeit und dem absurden Dasein im Kontext systemischer Gewalt. Im Zentrum steht die Philosophie des Absurdismus, verdeutlicht durch die Camus zugeschriebene Entscheidung zwischen Suizid und einer Tasse Kaffee. Diese Fragestellung bildet den Rahmen für eine Untersuchung des „Kollapses des Selbst“. Das Medium Film wird dabei als epistemologisches Werkzeug begriffen, in dem Gefühle externalisiert und der gesellschaftlichen Blick, insbesondere die Erfahrung der Hyperunsichtbarkeit und Hypersichtbarkeit (Flânoire, geprägt von Karina Griffith, hergeleitet von Walter Benjamin’s Flâneur), visuell veranschaulicht werden können. Das Drehbuch fungiert hierbei als essayistischer Gedankenspaziergang, der das Leben im Kielwasser (engl. in the wake, vgl. Christina Sharpe) historischer Traumata reflektiert.
von Silvia Abiyeme de Bertolini
(Betreuung: Dr. Björn Sonnenberg-Schrank)
„True Crime Decoded“ ist ein analytisches Podcastprojekt, das True Crime Podcasts als kulturelles und mediales Phänomen untersucht. Im Fokus steht die Frage, wie das Medium Podcast selbst durch Stimme, Narration und Serialität besondere Nähe erzeugt und damit Wahrnehmungen beeinflussen kann. Der Podcast versteht sich dabei als experimentelles Analyseformat, das medienwissenschaftliche Theorie mit einer selbstreflexiven Podcastpraxis verbindet. Es werden ethische, geschlechterpolitische und narrative Aspekte des True Crime Genres beleuchtet. Ziel ist es, True Crime als ästhetisch geformte und meinungsbildende Praxis kritisch sichtbar zu machen sowie zu einem bewussteren Umgang mit dem Genre beizutragen.
von Alena Neuhaus und Lucie Elfering
(Betreuung: Dr. Maximilian Haberer
Der Blog und Podcast „Generation: Woher kommst du?“ untersucht Fragen von Identität und Zugehörigkeit in der deutschen Gesellschaft. Ausgangspunkt der Premierenfolge ist die Aussage von Friedrich Merz, in der Migration mit Problemen im sogenannten Stadtbild verknüpft wird. Diese Aussage dient als Anlass für die Analyse gängiger Vorstellungen von Deutschsein sowie deren historische Entwicklung und aktueller politischer Bedeutung. Zudem wird untersucht, wie mediale Narrative entstehen und inwiefern Medien durch ihre Berichterstattung Zugehörigkeit herstellen oder infrage stellen können. Ergänzt wird die Analyse durch persönliche Erfahrungen von uns als Podcasterinnen. Ziel des Formats ist es, dominante Narrative kritisch zu hinterfragen und zur Reflexion von Zugehörigkeit in einer pluralen Gesellschaft beizutragen.
von Iman Ahmed, Myriam Benoun und Kadia grote Lambers
(Betreuung Dr. Maximilian Haberer)
Der Eurovision Song Contest (ESC) ist mehr als ein jährlicher Musikwettbewerb. Als popkulturelles Medienarchiv bündelt er über Jahrzehnte hinweg Bilder, Klänge, Emotionen und Bedeutungen, die Vorstellungen von europäischer Gemeinschaft, Identität und Zeit prägen. Das Teamprojekt untersucht, wie der ESC durch ästhetische Wiederholung, digitale Zirkulation und partizipative Praktiken zu einem dynamischen Archiv wird und welche politischen, kulturellen und affektiven Bedeutungen dabei entstehen. Es verbindet eine medienkulturwissenschaftliche Analyse mit einer künstlerisch-forschenden Umsetzung in Form eines digital kuratierten Archivs. Entlang der vier Schwerpunkte Constructing Union, Performing Diversity, Circulating Images und Projecting Utopia werden Artefakte entwickelt, die zentrale Fragestellungen medial erfahrbar machen. Ziel ist es, den ESC als einen Raum der Aushandlung sichtbar zu machen, in dem Gemeinschaft, Identität und Popkultur immer wieder neu verhandelt werden.
von Darja Berezhniy und Giulia Senking
(Betreuung: PD Dr. Elfi Vomberg)