25.05.19 13:28

MINI-SYMPOSIUM: „Intime Öffentlichkeiten: Klatsch und Skandal in Celebrity Cultures“ (2. Juli | 14:30-18:30 | 23.03.01.63)

Chris Tedjasukmana (Berlin): Grausame Öffentlichkeit. Von Whitney Houston zu Black Lives Matter

Peter Rehberg (Berlin): Celebrities beim Eurovision Song Contest. Queer oder Commodity Camp?

Dienstag, 2. Juli, 14.30-18.30 Uhr in Raum 23.03.01.63

Mini-Symposium im Rahmen des MA-Seminars „Intime Öffentlichkeiten: Klatsch und Skandal in Celebrity Cultures“ (Prof. Dr. Brigitte Weingart, Institut für Medien- und Kulturwissenschaft, HHU)

14.30 Uhr - Chris Tedjasukmana (Berlin): Grausame Öffentlichkeit. Von Whitney Houston zu Black Lives Matter

16.30 Uhr - Peter Rehberg (Berlin): Celebrities beim Eurovision Song Contest. Queer oder Commodity Camp?

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Informationen zu den Vorträgen und Vortragenden:

Chris Tedjasukmana: Grausame Öffentlichkeit. Von Whitney Houston zu Black Lives Matter

Why can’t we all just get along?“ (Rodney King)

Gegenstand meines Vortrags ist die Celebrity Culture, die ich unter dem Gesichtspunkt einer grausamen intimen Öffentlichkeit betrachte. Anhand der Lebensläufe von ‚traurigen Berühmtheiten’ wie Whitney Houston und Rodney King skizziere ich die Ambivalenz öffentlicher Sichtbarkeit von Schwarzen Amerikaner*innen zwischen Selbstermächtigung und Ohnmacht, Aneignung und Enteignung. In dieser Erzählung werden Houston (1963-2012) und King (1965-2012) als Ronald Reagans ungeliebte Kinder dargestellt, die auf die schiefe Bahn des neoliberalen Kapitalismus geraten. Am Vorabend der Gegenwart aus Social Media Influencer*innen und #BlackLivesMatter-Aktivist*innen erscheinen ihre Lebensläufe als Symptome einer neoliberalen Dauerperformance, die seitdem nicht aufhört, Menschen ins Unglück zu stürzen. Der Vortrag endet daher mit der melodramatischen Forderung, den Performancezirkel zu durchschlagen, ohne – wie der heteronormative Ideologiekritiker – die Lust an der niederen Kultur zu verraten.

Dr. Chris Tedjasukmana ist Film- und Medienwissenschaftler an der FU Berlin und Leiter der Forschergruppe Aufmerksamkeitsstrategien des Videoaktivismus im Social Web, die von der VolkswagenStiftung gefördert wird. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift Montage AV: Zeitschrift für Theorie und Geschichte audiovisueller Kommunikation sowie der Buchreihe Kitchen Politics: Queerfeministische Interventionen. Zuvor war er Gastprofessor für Philosophie an der Uni Wien und Gastprofessor für Medientheorien an der Kunstuni Linz. Seine Monografie Mechanische Verlebendigung: Ästhetische Erfahrung im Kino erschien 2014 im Fink-Verlag.

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Peter Rehberg: Celebrities beim Eurovision Song Contest. Queer oder Commodity Camp?

Der Eurovision Song Contest (ESC) mit seiner schwulen Fankultur wurde lange Zeit über als verlässlicher Lieferant von Camp gehandelt, was nicht zuletzt den ESC als Marke entscheidend geprägt hat. Seit einiger Zeit stellt sich die Frage, ob hier noch Camp im Sinne einer kritischen ästhetischen Praxis, die u.a. Konzepte von Gender und Sexualität deessentialisiert, produziert wird. Hat sich mit der Kalkuliertheit von Camp bei diesem Event nicht schließlich das Phänomen Camp selbst verabschiedet? Und wenn ja, welche Folgen hat das für eine queeres Projekt und seine politischen Ansprüche? Diese Fragen sollen hier aus einer pop- und mediengeschichtlichen Perspektive verfolgt werden.

Dr. Peter Rehberg ist Sammlungsleiter des Schwulen Museums in Berlin. Er hat vor allem in Nordamerika geforscht und gelehrt. Von 2011 bis 2016 war er DAAD Associate Professor an der University of Texas in Austin und 2018 Max-Kade-Professor an der University of Illinois in Chicago. Peter Rehberg hat umfangreich zu den Themen queere und Popkultur, Fotografie und Pornografie veröffentlicht. Er schreibt regelmäßig für den Freitag, die Siegessäule und Zeit Online. Zuletzt erschien von ihm die Monographie Hipster Porn: Queere Männlichkeiten im schwulen Fanzine Butt (b_books 2018).

Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenProf. Dr. Dirk Matejovski