Publikationen


Dirk Matejovski (Hrsg.)

Kraftwerk - Die Mythenmaschine: Konzept und Ästhetik eines popmusikalischen Gesamtkunstwerks

Die Düsseldorfer Elektronik-Formation Kraftwerk gehört ohne Zweifel zu den einflussreichsten und stilprägenden Innovatoren innerhalb der neueren Popmusik. Ihre von kühlem Synthesizer-Sound und minimalistischen Texten geprägte Ästhetik ist seit mehreren Dekaden der Referenzpunkt für die unterschiedlichsten Musiker und Produzenten. Kraftwerks intermediale Produktionsästhetik ist entscheidend von konzeptionellen Ansätzen der Gegenwartkunst geprägt und gewinnt von daher eine die konventionellen Rahmungen der Popmusik sprengende Kontur. Ausgehend von einem in der Kunstsammlung NRW veranstalteten Symposium zur achttägigen Werkschau der Formation thematisiert der Sammelband musikalische und konzeptionelle Aspekte sowie die durch ein komplexes System von Mythologisierungen gekennzeichnete Rezeptionsgeschichte. Beiträger sind u.a. Jochen Hörisch, Elena Ungeheuer, Thomas Hecken, Matthias Mühling, Christoph Jacke, Dirk Matejovski, Kathrin Dreckmann, Jan Ossowicz und Annika Olbrisch

Düsseldorf University Press, Acoustic Studies 2, 2016.


Martin Doll / Oliver Kohns (Hrsg.)

Figurationen des Politischen I und II

Paderborn: Fink 2016 (Texte zur politischen Ästhetik 3) 

Figurationen des Politischen sind dynamische "Ästhetische Gefüge", die auch in ihrer Mannigfaltigkeit dazu dienen, eine politische Ordnung immer wieder neu zu "ästhetisieren", d.h. wahrnehmbar zu machen. Sie sorgen in ihrer Prozessualität u.a. dafür, dass sich eine politische Ordnung fortwährend selbst als legitim und notwendig darstellen kann.

Aus kulturwissenschaftlicher Perspektive analysiert der vorliegende Band literarische Texte ebenso wie Fernsehserien, Spielfilme und Werbung als historisch spezifische und veränderliche politische Selbstbeschreibungen in einem globalen Kontext: Neben US-amerikanischem Mainstreamkino kulturelle Produktionen aus Deutschland, Ungarn, der damaligen Sowjetunion, Korea, Indien, China und den palästinensischen Autonomiegebieten.


Robin Curtis

Die Übersetzung von Einfühlung: Geschichte und Gegenwart eines ästhetischen Konzepts in
Art in Translation, Volume 6, Issue 4, pp. 349–352

Iain Boyd Whyte, Editorial
Robin Curtis, An Introduction to Einfühlung, translated by Richard George Elliott from German (“Einführung in die Einfühlung”, in Robin Curtis and Gertrude Koch (eds.), Einfühlung. Zu Geschichte und Gegenwart eines ästhetischen Konzepts, Munich: Wilhelm Fink, 2008)Joseph Imorde, Empathy in Art History, translated by Richard George Elliott from German (“Einfühlung in der Kunstgeschichte”, in Curtis and Koch, 2008)Kirsten Wagner, Animating Architecture: Empathy and Architectonic Space, translated by Jonathan Blower from German (“Die Beseelung der Architektur. Empathie und architektonischer Raum”, in  Curtis and Koch, 2008). Peter Sloterdijk, Museum — School of Alienation, translated by Iain Boyd Whyte from German (“Museum — Schule des Befremdens”, in Der aesthetische Imperativ, Hamburg, 2007).

Bloomsbury Publishing PLC, Volume 6 Issue 4, December 2014ISSN 1756-1310


Martin Doll / Oliver Kohns (Hrsg.)

Die imaginäre Dimension der Politik

Paderborn: Fink 2014 (Texte zur politischen Ästhetik 1) 

Politische Imaginationen bzw. ein politisches Imaginäres werden in der Kulturtheorie und -wissenschaft seit einigen Jahren vermehrt als Grundlage politischer Organisation benannt. Der Band lotet die Möglichkeiten und Chancen dieser "imaginären Dimension der Politik" aus und diskutiert deren Rolle in einschlägigen Modellen einiger einflussreicher Theoretiker der neueren Zeit (Althusser, Anderson, Badiou, Castoriadis, Iser, Lacan, Lefort, Rancière u.a.). Da das Imaginäre seine eigene Genealogie hat, reflektieren die einzelnen Beiträge nicht nur die verschiedenen Theorien, sondern fragen auch kritisch nach ihrer (Vor-)Geschichte.


Robin Curtis/Angelica Fenner (Hrsg.)

The Autobiographical Turn in Germanophone Documentary and Experimental Film

There is a widespread notion in the scholarly literature on autobiographical nonfiction film that there are unchanging, universal models for the investigation of the self through audiovisual media. By insisting on the cultural and historical specificity of that self, the essays in this volume trace the range of politically and theoretically informed taboos, critiques, and proclivities that shape autobiographical filmmaking
in German-speaking countries. In doing so, they delineate a new model for contemplating autobiographical film and video.
The essays examine the parameters shaping the audiovisual self in the Germanophone cultural context across a variety of practices and aesthetic modes, from contemporary artists including Hito Steyerl, Ming Wong, and kate hers to Rolf Dieter Brinkmann’s multimedia experiments of the 1970s, and from Helke Misselwitz’s challenges to the documentary tradition in the GDR to Peter Liechti’s investigations of Swiss ambivalence toward the nation’s iconic landscape. The volume thus takes up a number of historically and geographically specific it erations of autobiographical discourse that remain contingent on the space and time in which they are uttered.

Camden House Press, 1. Auflage November 2014, 350 Seiten, Hardcover,  
ISBN-10: 1571139176, ISBN-13: 978-1571139177 


Reinhold Görling

Szenen der Gewalt
Folter und Film von Rossellini bis Bigelow

Gewalt entstellt und zerstört das Opfer, es nimmt ihm seinen Ausdruck. Doch wird auch das Subjekt nur sichtbar in einem performativen Prozess, in dem es in Beziehung mit anderen einen Ausdruck findet. Im Bild der Folter hat der Film diese Grenze der Sichtbarkeit immer wieder thematisiert.

Der moderne Film selbst wird in einer Szene geboren, wie Serge Daney einmal gesagt hat: in der Darstellung der Folter vor einem Dritten in Rossellinis »Roma città aperta«. Reinhold Görling verfolgt diese Szene der Gewalt von Rossellini über Orwell, Pasolini, Beckett, Marker, Polanski, Hooper, McQueen u.a. bis zu Oppenheimer, Morris und Bigelow.

Verzeichnis und Leseprobe (PDF)

transcript Verlag, 1. Auflage 08/2014, 216 Seiten, kart., zahlr. Abb., EUR 24,80
ISBN 978-3-8376-2654-4 

Besprechung von Lena Stölzl in [rezens.tfm]


Dirk Matejovski (Hrsg.)

Resonanzräume
Medienkulturen des Akustischen

In Parallel- und Gegenführung zur dominierenden Erforschung von Bildkulturen nehmen die unterschiedlichsten geisteswissenschaftlichen Disziplinen nun verstärkt die Wechselbeziehungen zwischen Stimme, Geräusch, Musik und den Möglichkeiten akustischer Speicherung in den Blick. Es gibt deshalb zurzeit einen lebendigen, interdisziplinären Diskurs innerhalb der Kulturwissenschaften, der die Grenzen der Musikwissenschaft und der Kognitionswissenschaften deutlich überschreitet. Ein wichtiges terminologisches und systematisches Kraftfeld bildet dabei der Begriff der Resonanz. Die Resonanz steht programmatisch für einen Zugang zu akustischen Phänomenen, der – in Abgrenzung von den konventionellen Fragestellungen innerhalb der Musikwissenschaft und der Wahrnehmungspsychologie – im Grenzbereich zwischen mathematisch-naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten und künstlerischer Ästhetik verortet werden kann.

Der Band „Resonanzräume“ unternimmt den Versuch, intermediale Perspektiven einer Geschichte und Theorie akustischer Interventionen zu formulieren. Mit Beiträgen von Diedrich Diederichsen, Kathrin Dreckmann, Wolfgang Ernst, Christoph Jacke, Helga de la Motte-Haber, Dirk Matejovski, Annika Olbrisch, Jan Ossowicz, Raphael Smarzoch, Holger Schulze und Sigrid Weigel.

www.dupress.de
düsseldorf university press, 1. Aufl. 2014, EUR 24,80
ISBN: 978-3-943460-61-2


Hans Malmede/Nora Kottmann/Stephanie Osawa/Katrin Ullmann (Hrsg.) 

Familie, Jugend, Generation 
Medienkulturwissenschaftliche und japanwissenschaftliche Perspektiven

Der demographische Wandel in allen postindustriellen Gesellschaften hat unübersehbare ökonomische, kulturelle und soziale Folgen; sie zeigen sich nicht zuletzt in der Entgrenzung von Familie, Jugend(lichkeit) und Generation(alität). Begleitet von  
Verunsicherungen und Anforderungen müssen familiäre Lebensformen, (Geschlechter-)Identitäten und Altersrollen neu ausgehandelt werden. Als Reaktion darauf deuten sich in globaler Perspektive vielfältige Handlungsstrategien an. Dies nimmt dieser Band mit seinen Beiträgen zum Anlass, die gesellschaftlichen Ordnungsmuster Familie, Jugend und Generation im japanischen und europäischen/deutschen Kontext interdisziplinär zu betrachten und (mögliche) Veränderungen sowohl diskursiv als auch konkret lebensweltlich zu untersuchen.

http://www.springer.com/springer+vs/soziologie/book/978-3-658-01567-1

Springer Verlag, 1. Aufl. 2014, 213 Seiten
Softcover
ISBN 978-3-658-01567-1

eBook
ISBN: 978-3-658-01568-8


Bettina Papenburg / Marta Zarzycka (Hrsg.)

Motion Pictures: Politics of Perception

Discourse: Journal for Theoretical Studies in Media and Culture, 35.2. (Frühling 2013)

This special issue aims to mobilize new critical interventions into the study of movement, stillness, multisensoriality, affect, and gender in visual media. The organization of time is generally understood through movement in space. Film mimics movement by splitting up time into 24 frames per second, creating an illusion of movement, although we are literally arrested in time and space while watching. Still photographs, on the other hand, are traditionally considered as series of movements that have come to an eternal standstill in an image. However, modern and contemporary media formats ranging from the diorama to YouTube clips blur the boundary between still and moving images. The same applies to film stills used as (a part of) an art installation, stills inserted into sequences of a film, the re-enactment or evocation of film scenes in the medium of photography, surveillance techniques, photographs "animated" by digital effects and sound layers, biomedical imagery technologies (x-ray, MRI, nanoimages), and programmes such as iMovie, Photosynth, and PhantaMorph. These hybrid formats significantly reconfigure the way we relate to images, challenging the dichotomy of movement vs. stasis. They generate constellations involving arrested spectators and moving images, as well as moving viewers and still images.

Using feminist scholarship as a critical lens, this special issue aims at deepening and focusing discussions on themes that arise at the crossing of questions of the senses, movement/stillness, and affect in artistic practice and scholarship today. The goal of confronting contemporary challenges in visual and cultural studies is to outline new and urgent directions for future research on representational strategies and perceptual modalities. The assembled articles take up key issues of such interventionist approaches such as the relation between movement and affect, the politics of motion and stasis in cultural artefacts, as well as the significance of animation and stillness. These key issues are considered through the matrix of interdisciplinary and intersectional methodologies, in which various categories of difference such as gender, ethnicity, race, sexuality, geopolitical location and (non)humanity come into focus.

The interconnections between theories of affect, multisensoriality and gender in regard to stillness and movement spark a number of pressing questions:

• How do movement and stasis shape our sensorial, affective and ethical engagement with images? 


• How does affect theory incorporate movement and stillness? 


• What are the losses and gains of the turn to affect from a feminist and a 
postcolonial perspective? 


• What does the arresting of time in moving images and the evocation of time in 
still images do both to the represented body on screen and to the perceiving body in front of the screen? 


• How does sound affect the temporality of images? 


• Why the (contemporary) need to animate, enliven, set into motion? 


Contributors: Jennifer Barker, Jon Inge Faldalen, Anu Koivunen, Florian Leitner, Christine Ross, and Kyla Schuller.

Published by Wayne State University Press


Corinna Bath/Hanna Meißner/Stephan Trinkaus/Susanne Völker (Hrsg.)

Geschlechter Interferenzen
Wissensformen - Subjektivierungsweisen - Materialisierungen  

Dieser Band bildet den Auftakt zu einer interdisziplinären Buchreihe, die Geschlecht als ein paradigmatisches Feld versteht, in dem sich Prozesse der Konstituierung sozio-materialer Phänomene analysieren und begreifen lassen. Mit dem aus der feministischen Wissenschaftsforschung stammenden Konzept der Interferenz machen die Herausgeber/innen einen Vorschlag, die Verhältnisse von Materie und Diskurs, Technik und Sozialem, Körper und Wissen neu zu denken. Damit - das soll dieser Band entfalten - entstehen disziplinäre Interferenzmuster, in denen Unerwartetes sichtbar werden und scheinbar Selbstverständliches verschwinden kann.
In vier Aufsätzen erproben die Herausgeber/innen das Konzept der Geschlechter Interferenzen aus den Perspektiven der Technikwissenschaftsforschung, der praxeologischen Soziologie, der Wissenschafts- und Gesellschaftstheorie und der Medien- und Kulturwissenschaft. Eröffnet wird der Band mit einem Gastbeitrag von Karen Barad: der deutschsprachigen Übersetzung des Kapitels "Diffractions" (Interferenzen) aus ihrem Buch "Meeting the Universe Halfway".

Vorschau

LIT Verlag, Reihe: Geschlechter Interferenzen, Band 1, 2013, broschiert, 256 Seiten, EUR 19,90
ISBN: 978-3-643-10904-0


Robin Curtis/Gertrud Koch/Marc Siegel (Hrsg.)

Synchronisierung der Künste   

Wenn Montage als ein Vorgang der Synchronisierung begriffen wird, rücken die Verfahren und Techniken der Kohärenzherstellung ins Blickfeld: Wie werden die einzelnen medialen Ebenen zu einer Einheit synchronisiert?
Traditionell wurde diese Frage in Bezug auf die Montage und ihre Effekte gestellt und an dieser Ebene setzt der Band an. ›Montage‹ wird über die rhetorische Adressierung hinaus aber auch in einem erweiterten Sinne verstanden, der nicht auf den produktionsästhetischen Aspekt begrenzt ist: Als performativ versteht der Band Montage im Sinne einer Persuasion, einer ›Nahelegung‹, einer ›Attrahierung‹.
Seine Beiträge nehmen die synästhetischen und persuasiven Effekte der kinematographischen Montage auf und erweitern sie auf Verfahren, Techniken und Effekte der Synchronisierung in anderen Kunstformen hin.

Wilhelm Fink Verlag, 1. Aufl. 2013, 189 Seiten, 70 s/w Abb., kart., EUR 29.90
ISBN: 978-3-7705-5102-6


Bettina Papenburg/Marta Zarzycka (Hrsg.)

Carnal Aesthetics: Transgressive Imagery and Feminist Politics

Art today is an increasingly multifaceted phenomenon, encompassing transgressive works that intervene in war and ecological disasters, in inequalities and revolutionary changes in technology. Carnal Aesthetics is a fascinating, new examination of this aspect of contemporary visual culture. Employing recent theories of transgressive body imagery, trauma, affect and sensation, it provides a fresh look at the meeting point between the politics of representation and the politics of perception through the prismatic lens of feminist theory. Acclaimed scholars analyse a wide range of seminal case studies coming from different media: digital photography, painting, video, film and multimedia art. They explore here a number of transgressive movements that significantly reconfigure the relationship between the body and the image. Unlike other books on the complex relationship between politics and aesthetics, Carnal Aesthetics seeks to provide a novel approach to art and culture by challenging the primacy of vision and by injecting an intersectional perspective into the fields of visual studies, film and media studies, as well as trauma studies.

It is a significant contribution across these dynamic fields of exploration for scholars who deal with the socio-political nature of contemporary visual culture in their work.

Table of Contents

I.B.Tauris & Co Ltd, 1. Aufl. 2013, 256 Seiten, kart., £18.99
ISBN: 9781780760131


Julia Bee, Reinhold Görling, Johannes Kruse, Elke Mühlleitner (Hrsg.)

Folterbilder und -narrationen
Verhältnisse zwischen Fiktion und Wirklichkeit

Bilder von Folterungen und von gemarterten Körpern kennen wir seit der Antike, doch in den vergangenen Jahren häufen sich Bilder und Narrationen in Literatur und Film. Diese zunehmende mediale Präsenz steht im Gegensatz zu den Ergebnissen der medizinischen und psychologischen Forschung über die körperlichen, psychischen, sozialen und insbesondere kognitiven Auswirkungen von Folter auf die Opfer: Gedächtnisleistungen und Erinnerungsfähigkeit werden nachhaltig gestört. Traumatisierte können erst allmählich eine verbale Erzählung aus ihren sensorisch-affektiven Erinnerungen konstruieren. Woher genau kommen also die Darstellungen des nicht Darstellbaren? Wie verhalten wir uns gegenüber diesen Narrationen? In welcher Beziehung stehen psychische zu medialen Repräsentationen? Welches Verhältnis besteht zwischen Bild, Szene und Narration der Folterrealität und der medialen fiktiven Verarbeitung? 

V&R unipress, 1. Auflage 2013, 296 Seiten mit 36 Abb., gebunden, EUR 44,99ISBN 978-3-8471-0003-4(PDF eBook EUR 39,99)


Karsten Altenhain, Reinhold Görling, Johannes Kruse (Hrsg.)

Die Wiederkehr der Folter?
Interdisziplinäre Studien über eine extreme Form der Gewalt, ihre mediale Darstellung und ihre Ächtung
Seit den internationalen Konventionen zur Ächtung der Folter schien diese extreme Form der Gewalt nur noch ein Problem einzelner Diktaturen. Diskussionen um eine »Präventiv«- oder »Rettungsfolter« und die Praktiken im »Krieg gegen den Terror« lassen dies fraglich werden. Auch in Film, Fernsehen und Computerspielen wird Folter seit Mitte der 1990er-Jahre zunehmend thematisiert, und zwar auch als Handlung von positiven Helden. Von der Medizin und der Psychologie werden gleichzeitig die gravierenden psychischen Folgen von Folter für die Opfer belegt: Sie bedroht nicht nur das Individuum, sondern den basalen sozialen Zusammenhang menschlichen Lebens.
Die Beiträge dieses Bandes thematisieren verschiedene Aspekte der Folter. Das Spektrum reicht von medienrechtlichen Zusammenhängen über die Praxis der Inszenierung von Folter, den Umgang mit Folter in aufenthaltsrechtlichen Verfahren, die Beziehung von Medizin und Psychologie zur Folter bis hin zum historischen und aktuellen juristischen Diskurs. 
V&R unipress, 1. Auflage 2013, 379 Seiten gebunden, EUR 49,99
ISBN 978-3-8471-0008-9
(PDF eBook EUR 39,99)


Martin Doll

Fälschung und Fake. Zur diskurskritischen Dimension des Täuschens

Berlin: Kadmos 2012 (Zweite Auflage 2015)

Ob handgeschnitzte 'Fossilien', Gesänge eines kaledonischen Barden aus dem 3. Jahrhundert oder erfundene Prominenten-Interviews - die Liste spektakulärer Fälschungen und Fakes ist lang und vielfältig. Anhand von Fallgeschichten verfolgt dieses Buch zwei zentrale Fragen: Was waren die Umstände, die zur Akzeptanz der Falsifikate geführt hatten? Und welche diskurskritischen Effekte folgten jeweils aus den Aufdeckungen?

Vor dem Hintergrund einer Relektüre von Michel Foucaults archäologisch genealogischen Texten entwickelt Martin Doll zunächst eine Theorie der Fälschung und des Fake. Dadurch werden die Phänomene von einem ontologischen Wahrheitsbegriff gelöst und stattdessen diskurstheoretisch als Kippfiguren betrachtet. Die noch 'echten' Fälschungen erscheinen vor ihrer Aufdeckung nämlich zunächst als wahr, authentisch, original oder autorisiert und erst später, nach ihrer Entlarvung, als Falsifikat - eine Dynamik, die bei Fakes, bei denen die Offenlegung von vornherein mitentworfen ist, eine besondere Sprengkraft entfaltet.

Die untersuchten Fälle verteilen sich auf knapp vier Jahrhunderte. Analysiert werden u.a. die sogenannten 'Würzburger Lügensteine' (1726), der Piltdown Man (1912-1953), James Macphersons Ossianische Gesänge (1760), die Interviewfälschungen von Tom Kummer (1996-2000), die gefälschten Magazinbeiträge für 'stern TV' von Michael Born (1990-1996) und die interventionistischen Praktiken der US-amerikanischen Künstlergruppe 'The Yes Men' (1999-heute).


Doreen Hartmann/Inga Lemke/Jessica Nitsche (Hrsg.)

Interventionen. Grenzüberschreitungen in Ästhetik, Politik und Ökonomie    

Interventionen treten in unterschiedlichen ästhetischen und gesellschaftspolitischen Bereichen auf. Sie scheinen daher weniger im Sinne einer künstlerischen oder politischen Gruppenbildung beschreibbar, als im Kontext einer globalen Gegenbewegung zum fortschreitenden Neoliberalismus sowie zum etablierten Kunstbetrieb. Ursprünglich ein militärischer und auf das Vermitteln und Eingreifen in (krisenhafte/n) Situationen bezogener Begriff, versammelt Intervention vergleichbare, zugleich heterogene und ausdifferenzierte Formen künstlerischen Handelns.
Der Band Interventionen. Grenzüberschreitungen in Ästhetik, Politik und Ökonomie  fragt vor dem Hintergrund der aktuellen Thematisierung des Politischen nach einer Neuverortung der Kunst, nach deren Handlungsspielräumen, Grenzen und neuen Schauplätzen. Dies erfordert zugleich eine historische Kontextualisierung und Re-Evaluierung (neo)avantgardistischer künstlerischer Praxen wie auch eine Neubewertung der historischen Vorläufer der interventionistischen Bewegung.
Der Band führt Positionen von WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen und liefert damit eine aktuelle Standortbestimmung und Bestandsaufnahme der Interventionen an den Grenzen von Kunst, Politik und Ökonomie.
(*Der Band geht zurück auf ein Symposium an der Universität Paderborn, gefördert durch die Volkswagenstiftung, für weitere Informationen sowie MP-3 Dateien der Vorträge siehe: http://www.symposium-interventionen.de/interventionen/thema/)

Wilhelm Fink Verlag, 1. Aufl. 2012, ca. 270 Seiten, kart., ca. EUR 36.90 / CHF 49.90
ISBN: 978-3-7705-5283-2

 


Jessica Nitsche/Nadine Werner (Hrsg.)

Populärkultur, Massenmedien, Avantgarde 1919-1933

Was die Weimarer Kultur auszeichnet, ist ihre starke Ambivalenz. Während einerseits ein Trend zur Demokratisierung und neue, innovative Entwicklungen die Kultur- und Medienlandschaft prägen, zeigen sich andererseits Unstimmigkeiten zwischen Theorie und Praxis, staatliche Kontrollmechanismen werden sichtbar und längst überholte Wertvorstellungen verstecken sich im unterhaltsamen Gewand der Populärkultur. Doch ist das künstlerisch-intellektuelle Klima zwischen 1919 und 1933 tatsächlich so innovativ und sind die Produkte der Alltags- und Massenkultur wirklich so konservativ? Wo wird die Avantgarde affirmativ, wo die Populärkultur politisch? Diese Fragen und Ambivalenzen bearbeitet der Band in theoretischen Reflexionen und Analysen ausgewählter Beispiele aus dem Bereich der Avantgarde wie auch der Populärkultur und mit besonderem Fokus auf deren Schnittstellen in Rundfunk, Film, Fotografie, Theater und Literatur. Er bietet damit einen neu­en medienarchäologischen Blick auf die Kultur der Weima­rer Moderne.
(*Der Band geht zurück auf eine Tagung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, gefördert durch die DFG; Tagungsbericht siehe: 
http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=2916&view=pdf)

Wilhelm Fink Verlag, 1. Aufl. 2012, ca. 400 Seiten, kart., ca. EUR 52.00 / CHF 69.50,
ISBN: 978-3-7705-5278-8

 


Reinhold Görling (Hrsg.)

Die Verletzbarkeit des Menschen
Folter und die Politik der Affekte

Folter muss heute als eine beabsichtigte Traumatisierung verstanden werden. Gezielt nutzt sie das aus, was Gesellschaften möglich macht: die basale Offenheit und Verletzbarkeit des Menschen. In ihrer Verweigerung von Empathie zielt ihre Gewalt darauf, Affekte auszulösen, die nicht mehr sozial gebunden werden können. So kettet sie die Betroffenen dauerhaft an sich. 
Diese gewaltsame Politik der Affekte betrifft nicht nur die Opfer und die Täter, sondern alle Gruppen der Gesellschaft. Zugleich sichtbar und abgespalten, offenbart und verleugnet, schreibt sie sich in die Phantasie ein. Die Gegenwart der Folter ist nicht nur die Zukunft vergangener Gewalt, sie wirkt auch in die Gegenwart zukünftiger Gesellschaften.

Wilhelm Fink Verlag, 1. Aufl. 2011, 261 Seiten, kart., EUR 29.90 / CHF 41.90
ISBN: 978-3-7705-5145-3


Olbrisch, Annika / Handel, Lisa / Förster, Desiree / Görling, Reinhold (Hrsg.)

Im Kontinuum der Bilder
VJing als Medienkunst im interdisziplinären Diskurs
Reihe: Düsseldorfer Schriften zu Kultur und Medien - Band 2

Dieser Band vereint die Beiträge einer Tagung zur Bedeutung der VJ-Performance für die Medienkunst. Im Austausch mit Künstlern und Kulturwissenschaftlern werden Erkenntnisse über die interdisziplinäre Bedeutung des VJings für Wahrnehmungsforschung, technologische Arbeitsprozesse und Kunst im öffentlichen Raum diskutiert. Wie wirken die in Echtzeit generierten Club-Visuals auf das Publikum? Was sagt dies über Bildwahrnehmung aus? Was bedeuten technische Bilder für unsere Auffassung von Kunst? Diese und weitere Überlegungen werden an ausgewählten Künstlerbeispielen nachvollzogen. 

Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2011. 103 S., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-631-60486-1 geb.





Bettina Papenburg

Das neue Fleisch:
Der groteske Körper im Kino David Cronenbergs

Die Idee des »neuen Fleisches« durchkreuzt herkömmliche Grenzziehungen, welche die Domänen Natur und Kultur klar voneinander unterscheiden. Was sagen uns die gleichermaßen verstörenden wie verführerischen Körperbilder in den Filmen David Cronenbergs über die Bewertung von Kulturtechnologien?
Bettina Papenburg fokussiert in diesem Buch auf den grotesken Körper und eröffnet damit einen frischen Blick auf Cronenbergs geladene Visualisierungen von Körpermetaphern. Im Mittelpunkt der close readingsausgewählter Sequenzen aus den Filmen »The Brood«, »Crimes of the Future«, »Crash«, »eXistenZ« und »Videodrome« stehen Darstellungen von Fragmentierung, Heterogenität und Exzess sowie von Unschärfen und Übergängen innerhalb unseres Kategoriensystems.


transcript Verlag, 2011, 208 S., kart., zahlr. Abb., EUR 27.80, Reihe Film
ISBN 978-3-8376-1740-5





Jucquois-Delpierre, Monique (ed./Hrsg./éd.)

Female figures in art and media
Frauenfiguren in Kunst und Medien
Figures de femmes dans l'art et les médias 

Diese Studie veranschaulicht die Arbeit mehrerer Jahre über das Bild und die Genrebilder von Frauen. Sie zeigt, wie die Frau und das Genre erzählt oder beschrieben werden, welche Mythen oder Allegorien (Eva, Antigone oder Aschenputtel) seit Jahrhunderten in der Kunst, der Literatur und den Medien ständig überarbeitet und umgestellt werden. Zwei Denkansätze leiten den Leser/Zuschauer durch die mehrdeutigen Figuren und Konzepte des Weiblichen oder Männlichen. Der erste ist wissenschaftlich gängig und textuell, der zweite Ansatz ist visuell, spannt einen sensiblen Faden zwischen Wissenschaft und Kunst und erlaubt, neue menschliche und künstlerische Formen bzw. Wechselwirkungen auszuprobieren.

Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2010. 356 pp., 87 ill., 
ISBN 978-3-631-60060-3 hb.





Robin Curtis/Marc Glöde/Gertrud Koch (Hrsg.)

Synästhesie-Effekte
Zur Intermodalität der ästhetischen Wahrnehmung

Synästhesie als ästhetisches Phänomen verweist zunächst auf eine Durchdringung der verschiedenen Sinne. Die meist in einem Modell isolierter Wahrnehmung untersuchten Sinne geraten hierbei in einen Austausch, wobei sich häufig die Frage nach der Möglichkeit eines aktiven Erlernens jener Fähigkeiten stellt. 

Im Mittelpunkt dieses Bandes steht die Frage nach einer in diversen Medien ermöglichten intermodalen Erfahrung. Dieser Punkt ist für den Film, der als multisensorisches Medium immer auch multimodale Wahrnehmung produziert, von grundlegender Bedeutung. Es geht darum, das Kino und andere Medien als besondere Räume, als Schauplätze zu erkennen, an denen die sogenannte »metaphorische« Synästhesie ausgebildet wird.


Wilhelm Fink Verlag, 1. Aufl. 2011228 SeitenKart., EUR 29.90
ISBN: 978-3-7705-4587-2

 

 


Reinhold Görling, Timo Skrandies, Stephan Trinkaus (Hg.)

Geste
Bewegungen zwischen Film und Tanz
Reihe Medienkulturanalyse

Die Geste macht den Körper – für sich und für andere – wahrnehmbar, ohne dass ein narrativer Zusammenhang bestehen muss. Sie ist eine direkte Adressierung, eine unmittelbare Theatralisierung des Körpers, ein Im-Medium-Sein.
Kino und Tanz sind Künste, die von dieser pränarrativen Präsenz des Körpers und seiner Bewegung bestimmt sind. Die Beiträger/-innen dieses Bandes gehen diesem Zusammenhang und der gegenseitigen Bezogenheit der Künste nach. 

transcript Verlag, 2009, 300 S., kart., zahlr. Abb., 29,80 €
ISBN 978-3-89942-918-3





Robin Curtis/Gertrud Koch (Hrsg.)

Einfühlung
Zu Geschichte und Gegenwart eines ästhetischen Konzepts

Auch wenn der Begriff Empathie in den letzten Jahren eine wachsende Rolle in den Diskussionen zur Natur emotionaler Involvierung des Zuschauers vor einem Bild – gleichviel ob bewegt oder unbewegt – gespielt hat, wird doch in der heutigen Forschung selten der ausgreifenden Debatte zur Intersubjektivität gedacht, die sich vor und nach 1900 an den Begriff der Einfühlung knüpfte und sich dabei von der Psychologie über die Kunstgeschichte bis hin zur philosophischen Ästhetik spannte.
Die Arbeit des Psychologen und Ästhetikers Theodor Lipps kann dabei als repräsentativ gelten, lässt sich die Besonderheit seines Ansatzes doch darin erkennen, dass Lipps Einfühlung als eine unwillkürliche, instinkthafte und kinästhetische Form der Anverwandlung betrachtet, die sich – und das ist bedeutsam – auch auf unbelebte Objekte erstrecken kann, etwa auf Räume, Farben oder Geräusche, sich aber naturgemäß eher auf belebte Objekte wie Tiere oder andere Menschen erstreckt. Diese Vorstellung einer gleichsam allumfassenden empathischen Nahbeziehung zur Welt bildet den Ausgangspunkt, um von dort aus zeitgenössischen Diskussionen und Konzepte des ästhetischen Erlebens nachzugehen.

Wilhelm Fink Verlag, 2009, 280 Seiten, Kart., EUR 36.90
ISBN: 978-3-7705-4588-9


Dirk Matejovski (Hrsg.), Marcus S. Kleiner (Hrsg.), Enno Stahl (Hrsg.)
Pop in R(h)einkultur
Oberflächenästhetik und Alltagskultur in der Region

Pop ist in aller Munde. Man spricht von Pop-Musik, Pop-Stars, Pop-Kultur, Pop-Kritik, Pop-Philosophie, Pop-Literatur, Pop-Journalismus, Pop-Art, Pop-Visionen, Pop-Fans, Pop-Generation und vielem mehr. Die Frage, wann etwas anfängt und wann etwas aufhört, Pop zu sein, fällt bis heute schwer. Das Buch setzt eines Zäsur in der Auseinandersetzung mit der deutschen Pop-Kultur. Erstmals wird über Popkultur nicht im Duktus des Allgemeinen gesprochen, sondern Popkultur als Kultur einer Region dargestellt. Dieser Neuansatz zeigt, dass Popkultur erst in spezifischen lokalen Milieus zu einer konkreten, sinnlich erfahrbaren Wirklichkeit wird. Popkulturelle Codes sind unmittelbar an den Alltag gebunden und drücken sich als Lebensform bzw. Lebensstil aus. Solche Ausdrucksweisen lassen sich in einem räumlich begrenzten, auf konkrete Punkte (Clubs, Veranstaltungsorte, Autoren etc.) fokussierten Feld besser und detailgenauer erfassen. Der Band bezieht die Entwicklungslinien populärer Kulturen im Rheinland nach und stellt die Interferenzen zwischen E- und U-Kultur dar.

Klartext Verlag, erschienen am 17.07.08, 268 Seiten, 19,95 €
ISBN: 978-3-8375-0005-9


Stephan Trinkaus

Blank Spaces
Gabe und Inzest als Figuren des Ursprungs von Kultur
Reihe Medienkulturanalyse 

Die »blank spaces on the earth« (Joseph Conrad), die unbetretenen, unentdeckten Räume unserer Welt, fordern unsere Fantasie heraus, den Wunsch, sie zu betreten, sie zu füllen. Diese weißen Flecken lassen sich jedoch nicht mit den herkömmlichen Mitteln des Reisens aufsuchen. Gabe und Inzest sind kulturelle Figuren, die den Versuch bezeichnen, dieser 'Leere' eine Form zu geben, sie in die Koordinaten der kulturellen Ordnung zu überführen. Von dieser zugleich unmöglichen und unabschließbaren Bewegung aus versucht der Band, den Bedingungen der Prozessualität von Kultur überhaupt auf die Spur zu kommen.

transcript Verlag, 2005, 350 S., kart., 28,80 € 
ISBN 978-3-89942-343-3


 


Vittoria Borsò und Reinhold Görling (Hrsg.)

Kulturelle Topografien

Die Vorstellungen über Räume und Orte und über ihr Verhältnis zu den Dingen und den Subjekten, wie sie im europäischen Rahmen seit dem 19. Jahrhundert Geltung beanspruchten, haben ihre Selbstverständlichkeit verloren. Räume können nicht mehr wie Behälter gedacht werden, die unabhängig von dem sind, was in ihnen ist oder sich vollzieht. Ebenso wenig aber können Dinge und Subjekte in ihrer Existenz oder gar Identität losgelöst werden von den Orten, an denen sie zur Erscheinung kommen. Blicke-Inszenierungen, Grenzen-Schwellen, Orte-Emergenzen sind die Stichpunkte und Spannungsverhältnisse, unter denen in diesem Band kulturelle Topografien untersucht und geschrieben werden.

Metzler-Verlag, Stuttgart, 2004, 447 Seiten





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